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Rechen-Power + Souveränität

als Erfolgskombination

INTERVIEW
6 Min. Lesezeit
Herr blablablabalbblab
AUTOR

Seit Februar stellt die Deutsche Telekom mit der Industrial AI Cloud den Zugang zu hochperformanter und zugleich souveräner Rechenleistung zur Verfügung. Bei den Kunden stößt das neue Angebot auf reges Interesse. Umso intensiver arbeitet man gemeinsam mit hochkarätigen Software-Partnern und innovativen Kunden bereits an den nächsten Schritten – am Aufbau eines durchgängig souveränen KI-Ökosystems „Made in Europe“. Für Michael Böhm, Sales-Chef der Deutschen Telekom-Tochter T-Systems Austria, ist klar: Digitale Souveränität ist jetzt als Wettbewerbsvorteil in der Praxis "angekommen".

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In Ausnahmesituationen bedeutet Resilienz vor allem Geschwindigkeit – rasch auf das Unvorhergesehene reagieren und sich daran anpassen zu können. Im Regelbetrieb sind die Anforderungen an die Business Resilience einer Organisation um einiges komplexer... vielfältiger und oft auch gegensätzlich. Barbara Müller-Christensen von der JKU Linz beschäftigt sich damit besonders intensiv. Sie ist Expertin für organisationales Lernen, Change Management und Leadership.

ie Kombination Rechen-Power und Souveränität hat offenbar das Zeug, zur Erfolgsformel zu werden. Seit drei Monaten bietet die Deutsche Telekom mit der Industrial AI Cloud ein Consumption-based- Modell, das in Sachen Kapazitäten, Skalierbarkeit und Kosteneffizienz den globalen Hyperscalern gezielt Konkurrenz macht. Zugleich entspricht das Angebot „Made in Germany“ sämtlichen EU-Regularien, von DSGVO bis EU AI Act. Zielgruppe sind öffentliche Einrichtungen und Unternehmen in Deutschland und Europa, die KI im großen Stil nutzen und entsprechende Rechenleistung dafür benötigen.

Mittlerweile ist die Industrial AI Cloud bereits zu einem Drittel ausgelastet und den KI-Hub, den man begleitend dazu aufbaut, reichern immer mehr Player aus der Industrie mit innovativen Use Cases an. Jetzt arbeiten die Deutsche Telekom und ihre Töchter Magenta und T-Systems in enger Kooperation mit europäischen Partnern schon an den nächsten Schritten. Ziel ist es, ein End2End-KI-Ökosystem „Made in Europe“ zu etablieren. Dafür soll die Industrial AI Platform in Phase Zwei nicht nur Rechen-Power-Souveränität, sondern auch durchgängig europäische Software-as-a-Service bieten. Von diesem Ökosystem sollen nicht nur Enterprises, sondern auch mittelständische Unternehmen profitieren – auch in Österreich. Für Michael Böhm, Head of Sales von T-Systems Austria, ist das hohe Interesse ein deutliches Zeichen dafür, dass Digitale Souveränität in der Praxis zunehmend als handfester Wettbewerbsvorteil wahrgenommen wird.

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Umso wichtiger ist es, jetzt erste Schritte in der Praxis zu setzen, um die Unternehmen und Organisationen rasch mit entsprechenden Technologien, Kapazitäten und damit auch Möglichkeiten zu empowern – Time matters.

Herr Böhm, wie stark ist die Bedeutung von Digitaler Souveränität schon im Bewusstsein der Unternehmen und ihrer Verantwortlichen angekommen?

Generell hat man verstanden, dass Digitale Souveränität wichtig ist, um Europa unabhängiger und zugleich auch wettbewerbsfähiger zu machen. Und man hat grundsätzlich auch verstanden, dass man hier Geld investieren muss – für Forschung, Entwicklung und für das Schaffen von technologischen Rahmenbedingungen und Infrastrukturen. Aktuell beschäftigen sich gerade viele Leute auf allen Ebenen mit diesem Thema – in den Unternehmen genauso wie in den Gemeinden und Ländern und wie auch auf EU-Ebene. Ein Paradebeispiel dafür sind die geplanten AI-Gigafactories. Aber die meisten dieser Pläne werden erst in zwei, drei Jahren Effekte bringen. Umso wichtiger ist es, nicht darauf zu warten, sondern bereits jetzt erste Schritte in der Praxis zu setzen, um die Unternehmen und Organisationen rasch mit entsprechenden Technologien, Kapazitäten und damit auch Möglichkeiten zu empowern – Time matters.

 

Wie weit wird diese Erkenntnis bereits in die Praxis umgesetzt?

Je nach Industrie gibt es hier unterschiedliche Levels und Dringlichkeitsphasen. Branchenübergreifend ist auf jeden Fall zu beobachten, dass man sich sehr intensiv damit beschäftigt, was das Thema für das eigene Business bedeutet: Welche Ebenen und Aspekte gilt es hier zu betrachten – wie Daten, Systeme, Betrieb, Technologie bis hin zum Personal. Und wo gibt es darüber hinaus empfindliche Abhängigkeiten für das Business, wie beispielsweise bei der Stromversorgung? Für bestimmte Sektoren wie für die öffentliche Verwaltung oder für den Gesundheitsbereich sind diese Fragen natürlich besonders neuralgisch. In der Fertigungsindustrie beispielsweise liegt der Fokus eher auf anderen Aspekten – von der Standortsicherung bis zur Zollthematik. 

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KI wird vor allem bei der Geschwindigkeit und damit beim Bedarf an Rechenkapazitäten zum wirklichen Game Changer – und damit auch bei der Art und Weise, wie Unternehmen ihr Business und ihre Prozesse künftig gestalten.

Tun sich in manchen Branchen auch schon konkrete Use Cases auf, bei denen Digitale Souveränität zum echten Wettbewerbsvorteil wird – speziell auch mit Blick auf den heimischen Markt?

In den stark regulierten Branchen ist man hier naturgemäß oft einen Schritt früher dran als in anderen. Wir führen zum Beispiel immer öfter Gespräche mit Repräsentant:innen aus der österreichischen Finanzindustrie, die etwa Bankensoftware-Applikationen anbieten und sich aktuell auch auf der Vorstandsetage mit der Frage beschäftigen, wie sich KI risikolos in die Anwendungen einbauen lässt und ob man diese künftig noch von Hyperscalern betreiben lassen kann. Hier entwickelt sich auch in heimischen Unternehmen immer stärker das Bewusstsein, dass es bei solchen AI-Anwendungen auch um die eigene IP geht, die in das Produkt einfließt und die es zu schützen gilt.

 

Also auch beim Thema Digitale Souveränität wirkt KI gleich in mehrfacher Weise als Game Changer?

Absolut. Allerdings gibt es hier Effekte in beide Richtungen: Gerade im deutschsprachigen Raum nutzen viele Unternehmen KI bislang noch zurückhaltend, weil sie hinsichtlich DSGVO oder EU AI Act Bedenken haben. Dieser Bremsfaktor fällt jetzt weg, wenn sie beispielweise über unsere Industrial AI Cloud Zugang zu extrem skalierbarer Rechenleistung mit Consumpation-based-Modellen in einem sicheren, europäisch-souveränen Umfeld erhalten. KI wird aber vor allem bei der Geschwindigkeit und damit beim Bedarf an Rechenkapazitäten zum wirklichen Game Changer – und damit auch bei der Art und Weise, wie Unternehmen ihr Business und ihre Prozesse künftig gestalten. Simulationen, die früher drei Tage Rechenarbeit beansprucht haben, dauern heute nicht einmal eine Minute. In der Produktentwicklung oder in der Logistik macht das Wettbewerbsfähigkeit auf einem komplett neuen Level möglich, aber auch notwendig. Für lange Testphasen oder für den Aufbau einer Infrastruktur bleibt da keine Zeit mehr. Rechenleistung wird somit zum Schlüsselfaktor und zur Basis für das künftige Business – aber es ist nur der erste Schritt. 

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Diese Gegensätze, wie etwa Stabilität und Flexibilität, auf einen Nenner zu bringen, ist eine äußerst komplexe Herausforderung.

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Ziel ist es, unseren Kunden nicht nur quasi Rechenleistung aus der Steckdose zu liefern, sondern auch ein Portfolio an Lösungen, Services und Prozessen zur Verfügung zu stellen, beispielsweise eine starke AI Suite, wie sie unser Kooperationspartner SAP bietet. 

Was sind die nächsten Schritte? Und welche Hebel liefern die Industrial AI Cloud und die KI-Fabrik den Kunden dafür?

Das Angebot von Rechenkapazität in Form einer Platform as a Service ist quasi das Einstiegsszenario: Ein Unternehmen kann seine Software auf der Plattform laufen lassen und flexibel die Rechenleistung kaufen, die es dafür benötigt. Das erweiterte Szenario, das wir gerade aufbauen, ist ein klassisches SaaS-Angebot mit fertigen Paketen, die wir mit den Herstellern schnüren. Ein Unternehmen muss sich hier also nicht mehr um die Software kümmern, sondern kann sich ganz auf die Themen, die es umsetzen will, konzentrieren – etwa auf eine Simulation oder einen Digital Twin. Der finale Step, der sich bei uns gerade im Design-Stadium befindet, ist dann, einen kompletten Use Case für Unternehmen zu übernehmen, also eine Anwendung umzusetzen, die auch komplett zu managen und dabei die entsprechenden Software-Anbieter zu integrieren. Das erfordert ein durchgängig souveränes Ökosystem End2End, das wir derzeit gemeinsam mit Kooperationspartnern aufbauen.

 

Was heißt durchgängig souverän konkret?

Die Rechenleistung nicht mehr von Hyperscalern zu beziehen, verändert an sich ja noch nichts grundlegend. Die Frage ist: Wie kann ich Souveränität „Made in Europe“ umfassend von der Software-Entwicklung über die Produktion bis zum Betrieb gestalten. Das heißt, unseren Kunden nicht nur quasi Rechenleistung aus der Steckdose zu liefern, sondern auch ein Portfolio an Lösungen, Services und Prozessen zur Verfügung zu stellen, beispielsweise eine starke AI Suite, wie sie unser Kooperationspartner SAP bietet. Und am anderen Ende haben wir bereits eine Reihe sehr interessanter Kunden in der Industrial AI Cloud integriert, die das Ökosystem und zugleich den KI-Hub mit einer Reihe innovativer Use Cases und Ideen und mit ihrer Expertise weiterentwickeln. 

Mehr Infos zur

Industrial AI Cloud ...

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Gerade für mittelständische Unternehmen ist die Abhängigkeit von Hyperscalern oft besonders problematisch  – insbesondere für sie bietet ein Ökosystem mit  End2End-Ansatz echten Nutzen.

Im Moment liegt da der Schwerpunkt auf Use Cases aus der Fertigungsindustrie – weil hier das europäische Know-how stark ausgeprägt ist?

Dass es vor allem in Deutschland, aber auch in Österreich ausgeprägtes Know-how in diesem Sektor gibt, spielt hier sicher mit hinein. Vor allem aber bieten sich hier Themen wie Robotics, Digital Twins und Smart Fabrics für Use Cases an, weil dafür eine hohe Rechenleistung absolut essenziell ist. Es tun sich aber auch in anderen Bereichen viele neue Use Cases auf, etwa beim Entwickeln und Betreiben von wirklichen souveränen europäischen AI-Language-Modellen, aber auch bei der Customer Experience mit Chatbots oder AI Agents. Und besonderes Potenzial gibt es natürlich auch in der Forschung und der Verwaltung, insbesondere im Gesundheitsbereich, wo durch die demografische Entwicklung und den wachsenden Personalmangel der Bedarf, Arbeitsabläufe durch Technologie effizienter zu machen, besonders brennend wird.

 

Stichwort hohe Rechenleistung: Wie können gerade österreichische Kunden, die häufig im Mittelstand angesiedelt sind, von dem neuen souveränen Ökosystem in der Praxis profitieren?

Gerade für mittelständische Unternehmen ist die Abhängigkeit von Hyperscalern oft besonders problematisch  – einfach, weil die Verfügbarkeit limitiert ist und ihr Bedarf im Zweifelsfall für globale Player nicht oberste Priorität hat. Insbesondere für sie bietet ein Ökosystem mit End2End-Ansatz echten Nutzen. An dem einen Ende agieren die Enterprises, die große Plattformen entwickeln und dafür entsprechende Rechenleistung und Technologie wie die neueste Generation von NVIDIA-Blackwell-GPUs benötigen. Diese ganz großen Kapazitäten und den höchsten Technologie-Level brauchen mittelständische Unternehmen selten, sehr wohl aber den souveränen Zugang zu Rechenleistung und Software-Lösungen, den sie sozusagen am anderen Ende der Plattform – ebenfalls pay-per-use – bekommen. Die Industrial AI Cloud ist kein Stand-alone-Produkt, das man extra kaufen muss, sondern es ist integriert in unser gesamtes souveränes Cloud Offering – genauso wie die T Cloud Public und die T Cloud Private. Die Enden sind durchgängig physisch miteinander verbunden und bei Bedarf können zum Beispiel Ressourcen über die T Cloud Public bezogen und mit Use Cases aus der Industrial AI Cloud und mit anderen Systemen kombiniert und integriert werden. Unser Ziel ist es jetzt, die heimischen Unternehmen dabei zu unterstützen, diese neuen Möglichkeiten für ihr Business effektiv zu nutzen und sie dabei in Richtung Digitale Souveränität zu begleiten.

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